Carola Wegerle

 

 

Interview mit der Autorin Carola Wegerle

 

 

1. Wie alt bist Du? Wo kommst Du her?

Über 50: Ich bin 1964 geboren, in Karlsruhe (Baden-Württemberg)

 

 2. Welche Hobbies hast Du neben dem Schreiben?

Das Schreiben ist eigentlich gar kein Hobby für mich. Es ist mein Beruf. Einer von 3 Berufen: ich bin Schauspielerin, Autorin und Coach für Kommunikation.

Hobbies sind: Reisen, Pferde und Hunde streicheln, tanzen. In den Wald gehen, stundenlang, und meinen Kopf lüften.

 

3. Wie ist Deine familiäre und berufliche Situation?

Ich hätte gern einen Freund! Im Moment lebe ich allein. Das gefällt mir gar nicht.

Meine Mutter ist schon alt und ziemlich plötzlich sehr dement geworden. Das belastet mich sehr. Meine Mutter ist weg und doch noch da irgendwie. Sie war mal sehr intelligent. Vielleicht ist sie es auch noch – verborgen für andere.

 

4. Wie bist Du zum Schreiben gekommen?

Mit 8 Jahren bekam ich ein Tagebuch geschenkt. Dem habe ich dann alles anvertraut, was mich bewegte. Daraus wurden oft Geschichten. Ich schreibe seitdem eigentlich jeden Tag – mehr oder weniger.

 

 5. Wann hast Du denn mit dem Schreiben begonnen?

Mit acht Jahren. Mein Großvater ist zu dieser Zeit  gestorben und mein Wellensittich, den ich sehr liebte, auch. Ich brauchte ein Ventil für meine Fassungslosigkeit und Traurigkeit. Ich habe das im Schreiben gefunden.

 

6. Wie viele Veröffentlichungen hast Du schon und welche?

Ein Ratgeber, ein Sachbuch, zwei Romane, vier Kinderbücher, 37 Studienhefte in Taschenbuchumfang als Fernstudiengänge, journalistische Beiträge, Hörbücher und ein paar verfilmte Drehbücher.

 

 7. Wie schwierig war es für Dich, Dein Buch zu veröffentlichen?

Sehr schwer. Zunächst einmal fand ich keine Agentur. Alle waren der Ansicht, dass das Buch nicht für einen Publikumsverlag geeignet ist. Agenten möchten eben verdienen, kann man ja verstehen. Schließlich fand ich eine Agentin, die begeistert von dem Buch war, es aber nur bei einem Verlag als E-Book unterbringen konnte. Die gedruckte Version sollte nach einem Jahr veröffentlicht werden. Aber dann entschied sich der Verlag zu meinem Pech, nur noch Krimis herauszugeben, und gab mir einfach die Printrechte zurück. Natürlich fand ich keinen Verlag, der mit einem anderen, der das E-Book schon herausgebracht hatte, in Konkurrenz treten wollte. Also wurde ich zum Self-Publisher. Ich wollte mein Buch ja anfassen und verschenken dürfen.

 

 8. Wie stellst Du Dir Deine schriftstellerische Zukunft vor?

Romane schreiben, Kindergeschichten und Drehbücher.

 

 9. Möchtest Du was zu Deinem aktuellen Roman/neue Projekte sagen, bzw. zu eventuellen Folgebänden?

Es gibt zwar viele Ideen, doch nur in meinem Kopf. Ich habe noch nie in meinem Leben eine Zeit erlebt, in der ich nicht zum Schreiben komme. Das Self-Publishing erfordert so viel Zeit, das kannst du dir nicht vorstellen. Das Marketing dafür. Ich habe ja viel Geld in das Buch investiert und möchte meine Schulden tilgen – so bald wie möglich.

Zu „Die Irak-Mission“: Es hat mich sehr berührt und beschäftigt, als ich die vielen Fernsehmeldungen hörte, die von Geiselnahmen sprachen. So viele humanitäre Helfer waren die Opfer. Ich habe mich gefragt, wieder und wieder, warum Menschen ihr Leben riskieren, um anderen zu helfen. Und mit vielen Menschen darüber gesprochen. Das hat mich so bewegt, dass ich diese Geschichte schrieb – schreiben musste.

Nein, Folgebände sind nicht geplant. Lieber schreibe ich etwas ganz anderes. Vielleicht etwas Lustiges. Ich finde auch, die Geschichte ist so, wie sie ist, abgerundet. Es gibt nichts mehr hinzuzufügen.

 

 10. Was ist Deine Motivation zu Schreiben bzw. Deine Inspiration?

Das ist meine innere Unruhe. Ich sehe etwas, höre, spüre etwas, und dann setzt es ein: eine Unruhe,  die mich antreibt. Die sich erst legt, wenn ich eine Geschichte beendet habe.

 

 11. Wie zufrieden bist Du mit Deinen bisherigen Veröffentlichungen? (Leserreaktionen etc.)

Ehrlich gesagt sehr! Vor allem auch dank LovelyBooks, wo ich auf so viele interessierte Leser(innen) traf, mit denen auch ein Dialog möglich war. Ihre Reaktionen sind ein ganz großes Geschenk für mich. Aber auch bei Lesungen spüre ich eine gute Resonanz. Dafür bin ich unendlich dankbar.

 

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

 

 

 

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